Das Buch von Gabriel Baunach eröffnet einen Blick auf die komplexen Herausforderungen des Klimawandels und zeigt eine Vielfalt von persönlichen Handlungsmöglichkeiten dazu.
Er macht klar, dass es nicht nur darum geht, wie wir als Einzelpersonen unseren ökologischen Fußabdruck minimieren können, sondern vielmehr darum, wie wir durch positive Handlungen und Einflussnahme die gesamte Gesellschaft auf den Weg zur Klimafreundlichkeit führen können: durch unseren Handabdruck.
Anhand von Forschungsergebnissen wird sichtbar: viele Menschen, die sich umweltbewusst verhalten möchten, sind in unwichtigen Detailoptimierungen verfangen. Die Hauptquellen für CO2-Emissionen in ihrem Alltag bleiben aber unbeachtet. Wenn es um den Konsum geht, sollten wir lieber auf die Bereiche mit der größten negativen Auswirkung schauen:

Heizen/Wärkmedämmung, Flug- und Autoverkehr und Fleisch-/Milchkonsum.
Wie wir mit unserem Handabdruck die Transformation antreiben können
In der öffentlichen Diskussion liegt häufig der Schwerpunkt auf der Vermeidung. Die Berücksichtigung des Handabdrucks, also von Handlungen, die strukturelle Veränderungen bewirken, verändert das Bild. Dies ist ein Schwerpunkt des Buches: die Vergrößerung unseres Handabdrucks bedeutet gleichzeitig die Verkleinerung des Fußabdrucks anderer Menschen und dafür gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Vorschlägen wie Menschen sich für die Veränderung der Rahmenbedingungen für ökologisch sinnvolles Verhalten engagieren können. Die Vorschläge reichen von individuellem Einfluss in privaten Beziehungen bis hin zur Politik.
Gabriel Baunach fordert dazu auf, nicht nur zu fragen, wie man persönlich klimafreundlicher leben kann, sondern auch, wie man möglichst viele Mitmenschen dazu bewegen kann, dasselbe zu tun. Die fundierte Tiefe der Darstellung, verbunden mit Handlungsoptionen regt zum Umdenken an und eröffnet neue Wege zur Gestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft.
Gefühle und persönliche Rahmenbedingungen gehören dazu
Dabei werden auch emotionale Reaktionen auf die Herausforderung gesehen, einen persönlich stimmigen Weg durch die Veränderungsnotwendigkeiten zu finden. Das psychologische Wissen dazu wird plausibel und nachvollziehbar dargestellt, auch wieder mit Tipps zur Unterstützung.
Mir gefällt auch das Verständnis für Menschen, die möglicherweise nicht viel Zeit für zusätzliche Aktivitäten aufbringen wollen oder können, aber eigentlich etwas tun wollen. Auch für sie gibt es konkrete Vorschläge, beispielsweise durch Feedback an Geschäfte und Lieferanten zur Förderung nachhaltigerer Angebote.
Und Gabriel Baunach macht klar: der Veränderungsprozess wird lange dauern. Deshalb sind Resilienz und Selbstfürsorge Kernkompetenzen im 21. Jahrhundert. Entsprechend gibt er eine Empfehlung von Eckart von Hirschhausen an die Leser*innen weiter: „Lerne zu brennen ohne auszubrennen“.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die Schwierigkeit, die Quellen anhand der Fußnoten zu überprüfen. Ich finde es relativ unpraktisch, die Quellen als pdf-Dokument separat herunterladen zu müssen. Auch sind die Links nicht als nutzbare Links klickbar, sondern müssen herausdestilliert werden.
Insgesamt liefert „Hoch die Hände Klimawende“ eine inspirierende Perspektive auf die Hintergründe des Klimawandels und zeigt auf, wie wir alle, passend zu unseren individuellen Möglichkeiten, Stärken und Interessen, dazu beitragen können, eine nachhaltigere Gesellschaft aufzubauen. Gabriel Baunach fordert uns auf, unsere Handabdrücke zu vergrößern, um gemeinsam einen positiven Wandel herbeizuführen, der über die Einzelperson hinausgeht. Dieses Buch ist eine dringend benötigte Anleitung für diejenigen, die nach Wegen suchen, aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
