Was sind Stärken?

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Vielleicht haben Sie sich schon mal gefragt, was Stärken eigentlich sind. Wovon genau sprechen wir, wenn wir von Stärken reden. Was wäre ein Ziel für unsere Entwicklung oder die Erziehung unserer Kinder?

Was ist das Beste an uns Menschen?

Mit genau dieser Fragen haben sich haben sich 55 Sozialwissenschaftler drei Jahre lang beschäftigt: Wie kann man junge Menschen sinnvoll fördern? (2) Um diese Frage zu beantworten, brauchte es eine Einigung über die genaue Beschreibung von Eigenschaften, die wünschenswert sind und deren Entwicklung durch Erziehung gestärkt werden sollen.

Die Wissenschaftler wollten eine verantwortliche Wahl treffen. Sie wollten sicherstellen, dass die den Stärken zugrundeliegenden Werte nicht an aktuellen und kurzfristigen Vorstellungen ausgerichtet sind. Anforderungen, die wir oft in Stellenanzeigen finden, wie „Durchsetzungsfähigkeit“, „Kommunikationsstärke“ oder „Selbstvertrauen“ sind Prägungen unserer Zeit und unserer Kultur und können in ein paar Jahrzehnten an Wichtigkeit verlieren.

Deshalb war der Ausgangspunkt, was Menschen in den verschiedenen Epochen über Stärken gedacht haben. Die Forscher wollten den Weisheitsschatz der Menschheit anzapfen um herauszufinden, welche Fähigkeiten und Eigenschaften in den größeren Kulturen und den großen Religionen als wünschenswert angesehen wurden. Gibt es ein gemeinsames Verständnis aus 3000 Jahren Menschheitsgeschichte für „guten Charakter“? Literarische und philosophische Texte aus allen größeren Schriftkulturen wurden ausgewertet (3). Es fanden sich sechs Tugenden, die in allen Traditionen hochgeschätzt waren.

Weisheit          Gerechtigkeit          Mut          Menschlichkeit          Mäßigung          Transzendenz

Diese abstrakten Tugenden werden durch die Anwendung von Stärken praktisch.

Was sind Stärken?

Es gibt für jede Tugend verschiedene Wege, um sie in seinem Alltag zu leben. „Zum Beispiel kann jemand die Tugend der Gerechtigkeit durch Verhalten als guter Bürger, durch Fairness, durch Loyalität und Teamwork oder durch humane Menschenführung unter Beweis stellen. Diese Zugänge nenne ich (Martin Seligman) Stärken , und im Unterschied zu den abstrakten Tugenden kann jede Stärke gemessen und erworben werden. (4)“ Alle so verstandenen Stärken hängen von unserem Willen und bewussten Entscheidungen ab (5).

Zu den wesentlichen Kriterien für die Auswahl gehörte:

  • Die Eigenschaft würde in den meisten Kulturen sehr positiv bewertet
  • die Eigenschaft wurde um ihrer selbst willen wertgeschätzt und nicht wegen eines Ergebnisses
  • sie beinhaltet keine Abwertung anderer
  • es gibt ein Gegenteil oder einen negativen Gegenpol, z.B. zu Neugier - Desinteresse
  • sie ist über längere Zeit hinweg stabil und kann anhand klarer Kriterien beobachtet werden
  • es gibt Menschen, die sich besonders durch diese Eigenschaft auszeichnen und andere, die sie gar nicht haben

Damit diese Stärken gezielt ausgebaut werden können, müssen sie so gut beschrieben sein, dass sie direkt beobachtbar sind und alle darunter das Gleiche verstehen.

Das Konzept der Charakterstärken wurde im deutschen Sprachraum von Prof. Dr. Willibald Ruch und seinem Team beschrieben und erforscht. Sie beschreiben die einzelnen Stärken genauer:

Mehr über die einzelnen Tugenden und zugehörigen Stärken erfahren Sie, wenn Sie auf das zugehörige Bild klicken.

KDsphotos, CC0

Weisheit

Teddy Kelley CC0

Mut

Sai De Silva CC0

Menschlichkeit

Rosie Fraser CC0

Gerechtigkeit

Joshua Jamias CC0

Mäßigung

Nine Köpfer CC0

Transzendenz
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Quellen

(4) Martin E.P. Seligman: Der Glücks-Faktor, Bergisch-Gladbach 2003,S. 226

(5) Martin E.P. Seligman a.a.O. S. 224

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