Ziele im Leben bringen das in die Realität, was dir wichtig ist

Ziele in meinem Leben waren oft mit Zeitdruck und zusätzlichen Aufgaben verbunden. Es ging um Themen, die für meinen Beruf wichtig waren. Meine Bedürfnisse spielten keine Rolle, sondern „die Sachebene“. Das, was andere Menschen wollen oder woran sie mich messen würden, stand im Mittelpunkt. Wenn das Ziel gesetzt war, stand es für sich. Ein Ziel nicht zu erreichen, bedeutete zu scheitern, es einfach nicht zu bringen.

Es könnte auch ganz anderes sein: Ziele können uns unterstützen bei der Verwirklichung unserer persönlichen Wünsche. Sie können uns helfen, nicht einfach noch mehr Leistungsdruck in unser Leben zu bringen, sondern uns auf das hin zu orientieren, was wir wirklich wirklich erleben wollen.

Die Grundlage sinnvoller Ziele im Leben

Was wir wirklich wollen, sagen uns unsere Träume uns Sehnsüchte. Wir müssen den Mut haben, sie bewusst wahrzunehmen, ihnen zu lauschen. Dann können wir entscheiden, ob sie tatsächlich wichtig für unser Leben sind. Und ob wir sie stärken wollen. Hier habe ich beschrieben, wie du das für dich herausfinden kannst.

Wenn du weißt, was wirklich wichtig für dich ist, frage dich, was du brauchst, um es in dein Leben zu bringen. Klar, du kannst einen Wunsch an das Universum schicken. Aber wirklich weiter bringt dich die Frage, was passieren muss, damit das in dein Leben kommt, was du darin haben möchtest.

Und damit beschreiben wir Ziele. Sie sind die Stationen auf unserem Weg. Durch die Ziele wird das greifbar, was dir wichtig ist.

Sie helfen dir, die Orientierung zu behalten, dich nicht in der Vielzahl der Möglichkeiten zu verlieren. Besonders heutzutage bei der Unzahl von Möglichkeiten, auch zur Ablenkung, ist das eine Herausforderung.

Die Kraft für deine Ziele – deine innere Wirklichkeit

Die Energie für die Umsetzung unserer Ziele entsteht durch unsere Wertvorstellungen und unseren Bedürfnisse, bewussten und unbewussten (unbewusst verstanden im Sinne von Daniel Kahnemans System 1). Dazu sollten unsere Lebensziele passen. Wenn du ein Ziel aus dem entwickelst, was dir wirklich wichtig ist, hat du immer wieder Lust, etwas dafür zu tun. Du möchtest dranbleiben. So ist unser Gehirn eingerichtet: wir wollen gerne dafür aktiv werden, was uns guttut.

Vorraussetzung dafür ist, wir den Wunsch im Bewusstsein halten, aus dem unser Lebensziel entstanden ist. Das was ihm Sinn gibt. Wenn er uns entgleitet, weil wir uns von anderen Dingen zu sehr in Beschlag nehmen lassen, verliert auch das Ziel seine Sogkraft.

Wenn uns das öfters passiert, verlieren wir selbst Energie, werden passiv und verstimmt. „Es gibt nichts, was zu mehr Erschöpfung führt, als ohne Übereinstimmung mit dem zu leben, als was man sich selbst wahrnimmt. Wenn du das Gefühl hast, nicht mit deinen Werten oder deiner Wahrheit verbunden zu sein, gerätst du in Konflikt mit dir selbst und erzeugst einen inneren Ringkampf.“ (Cory Muscara)

Inner Konflikt oder das Gefühl, gerade überfordert zu sein, signalisieren dir innezuhalten. Wenn du dich schlecht gelaunt fühlst oder dir gerade alles zu viel ist, nimm dir einen Moment Zeit und frage dich

Orientierung auf die Ziele im Leben: Was kann ich jetzt tun, was sich wirklich im Einklang anfühlt mit dem, was ich bin?

Die Frage hilft dir deine Situation mit Abstand zu sehen. So kannst du deine wirkliche Orientierung wiederfinden und dabei das ganze Spektrum dessen in den Blick bekommen, was dich ausmacht.

Was dir auf dem Weg zu deinen Lebenszielen hilft

Grundlage für das Erreichen von Lebenszielen

Ausgangspunkt von allem ist deine innere Festlegung auf ein Ziel, egal ober groß oder klein. Denn nur, wenn du sich dazu dir selbst gegenüber verpflichtest, wirst du auch die Energie für den Weg aufbringen.

Du weißt schon im Vorfeld, dass es schwierig werden kann und du dich wahrscheinlich anstrengen musst. Wäre das nicht so, ginge es nicht um ein Ziel, sondern um etwas, dass du schon kannst oder erreicht hast. Deutsch zu schreiben ist für mich kein Ziel, arabisch zu schreiben könnte eins sein.

Es reicht nicht, etwas nur irgendwie zu wollen. Es geht um eine ernsthafte Entscheidung für herausforderndes Ziel. Und du musst bereit sein, dafür ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen.

Ziele muss man erkennen können

Wenn du dich für ein Lebensziel entschieden hast, ist es sehr empfehlenswert, dass du genau weißt, worin das Ziel besteht. Sonst kannst du nicht entscheiden, ob du es erreicht hast. Du brauchst eine klare Festlegung, woran du messen willst, ob du es geschafft hast. Ein Läufer muss wissen, wo genau die Ziellinie ist.

Deshalb brauchst du für Zielformulierungen einen erlebbaren Anhaltspunkt. Beispielsweise ist „Fitter werden“ kein Ziel, sondern ein unspezifischer Wunsch. Was Fitness für einen jungen Menschen oder einen alten Menschen bedeutet, ist unterschiedlich. Wenn du dir Fitness wünschst, frage dich: woran merke ich, dass ich fit (geworden) bin?

ziele im leben erreichen wie durch einen Papierflieger

Das Gleiche gilt für das Ziel „Ich möchte mehr Freunde haben“. Woran machst du fest, was Freundschaft für dich bedeutet. Wann bezeichnest du jemanden als deinen Freund? Bedeutet Freundschaft für dich, mit jemandem zusammen in der Freizeit etwas Bestimmtes zu machen, z.B. ins Kino gehen, Fußball spielen, für ein gemeinsames gesellschaftliches Anliegen zu stehen oder etwas anderes, was dich interessiert? Oder bedeutet Freundschaft für dich, viele gemeinsame Gesprächsthemen zu haben und sich einmal im Monat darüber zu unterhalten? Oder bedeutet es, mit jemandem über alle persönlichen Themen sprechen zu können?

Nur die klare Vorstellung vom Ziel macht es möglich, dass du weißt, wo du stehst und merkst, wenn du dein Ziel erreicht hast.

Das gilt natürlich auch für Unterziele. Wenn du dir also überlegst, was deine nächsten Schritte sind, denke daran, ein klares Ergebnis für sie zu formulieren. Und erlebe bewusst die Freude und würdigen deine Leistung, wenn du ein Unterziel auf dem Weg erreicht hast.

Eine innere Orientierung, die dich auf dem Weg zu deinem Lebensziel bei der Stange hält

Klar, wir möchten am liebsten so leicht wie möglich unsere Ziele erreichen. Aber ja, es klappt nicht immer alles so, wie wir uns das gedacht haben. Gerade in einem neuen Gebiet kommen Überraschungen um die Ecke, die ich lieber nicht kennenlernen würde. Als jemand, der sich in die Online-Welt einarbeitet, weiß ich wovon ich da rede. Ich muss mich vielleicht mit Techniken und Vorschriften auseinandersetzen, die mich nicht die Bohne interessieren, die aber für den Erfolg meiner Aktivität relevant sind.

Es ist leichter auch in schwierigen Situation dranzubleiben, wenn du eine flexible Orientierung hast. Das bedeutet, dass du

  • dich mit Selbstmitgefühl behandelst, wenn etwas nicht so klappt, wie du dir es gedacht hast und du nicht dort ankommst, wo du ankommen willst
  • Schwierigkeiten und Hindernisse bei der Umsetzung von Zielen nicht als Misserfolg und Resultat deiner Unfähigkeit bewertest, sondern als notwendig zu erwartender Bestandteil auf deinem Weg
  • deinen Ärger über solche Stolpersteine als eine verständliche menschliche Reaktion siehst. Wenn dadurch Verzögerungen entstehen, ist das kein Grund, dich selbst fertig zu machen. Du brauchst niemandem etwas zu beweisen
  • innerlich einen Schritt zurücktrittst und dich fragst, was du aus dieser Situation lernen kannst.

Tatsächlich sind Hindernisse das, wobei wir am meisten lernen. Wenn du die Realität akzeptierst, so wie sie ist, hast du den Schlüssel zu deiner Energie in der Hand. Du kannst dann einschätzen, welcher Einsatz hilfreich ist und wann du Ruhe und Zeit zum Nachdenken brauchst.

Standortbestimmung auf dem Weg zum Ziel und zum Stärken von Freude und Energie

Vor einer Reise weiß man nie genau, was alles passieren wird. Auf dem Weg zum Ziel die Hoffnung auf Erfolg nicht aufzugeben heißt vor allem, Schwierigkeiten unterwegs anzugehen. Und daran zu glauben, dass man es schaffen kann. Es hat sich bewährt, sich in regelmäßigen Abständen folgende Fragen zu stellen (nach Charles Snyder):

Welchen Weg will ich gehen?

Es gibt immer viele Möglichkeiten, wie man ein Ziel erreichen kann. Viele Wege führen nach Rom. Was für dich richtig ist, hängt maßgeblich von deiner Perspektive ab.

  • Wohin möchte ich gehen?
  • Was passiert jetzt gerade?
  • Was hindert mich daran, mein Ziel zu erreichen?

Wenn wir uns vor Augen führen, was wir erreichen wollen, stärkt das unsere Orientierung und unsere Kraft. Es ist ein wichtiges Mittel im mentalen Training, sich möglichst sinnlich vorzustellen, wie das Ziel aussieht.

Genauso wichtig ist von Zeit zu Zeit die Wahrnehmung, wo ich gerade bin und was im Moment los ist. Ein Tagebuch kann hier hilfreich sein, auch damit du siehst, was du schon alles geschafft hast.

Eine unvernünftige Orientierung: die Wunderfrage

Jetzt holen wir dein unbewusstes Wissen dazu. Wir machen eine kleine Phantasiereise. Du kannst dir die Anleitung anhören oder den folgenden kleinen Text durchlesen:


Stell dir vor, dass du einen ganz normalen Tag erlebst und danach einen ganz normalen Abend. Dann wird es allmählich spät, du bist müde gehst ins Bett und schläfst ein (stelle dir das jetzt bitte tatsächlich vor). In der Nacht dann, während du schläfst, geschieht ein Wunder. Dieses Wunder hat deinen Wunsch erfüllt, einfach so. Weil das Wunder aber während deines Schlafes passiert ist, weißt du noch nicht, dass es geschehen ist. Am Morgen wachst du dann auf.

Woran merkst du, dass sich etwas verändert hat? Dass dein Wunsch erfüllt ist? Was fällt dir als erstes auf, nachdem du aufgewacht bist?

Schreib jetzt einfach auf, was dir in den Kopf kommt. Auch wenn du erst vielleicht denkst: “ich weiß nicht was sich verändert hat”.


Schreibe einfach los, ohne drüber nachzudenken. Male dir diesen Morgen und Vormittag  so detailliert wie möglich aus!  Rechtschreibung und Grammatik spielen keine Rolle.

Dein positives Ziel

Entwickle aus den Ergebnissen des Wunders einen positives Ziel, das die Wunscherfüllung beschreibt. Was ist der Zustand, den du gerne erreichen möchtest? Was beinhaltet er für dich?

Wenn du ein großes Ziel hast

Ein großes Ziel hat wahrscheinlich verschiedene Aspekte oder Teilziele. Wenn du z.B. neue Freunde finden willst, ist es z.B. wichtig, was du mit deinen neuen Freunden tun möchtest, wieviel Zeit du dir für diese Freunde nehmen willst, wie sich durch neue Freundschaften dein Alltag verändern würde. Die Umsetzung jedes Teilziels erfordert  eine andere Aktivität von dir.

Mit welchem Teilziel willst du anfangen? Hast du dafür eine positive Formulierung gefunden?

Ziele im Leben bringen mehr Freude , wenn du deine Stärken dafür einsetzt

Wir alle haben Stärken. Aber unterschiedliche. Eins trifft für uns alle zu: wir mögen es, das einzusetzen, worin wir gut sind. Egal, ob wir besonders gut kochen können oder organisieren oder zuhören – wir haben deutlich mehr positive Erlebnisse im Alltag, wenn wir dort unsere Stärken einbringen.

Das gilt auch für den Weg zu unseren Zielen. Je mehr du deine Stärken dafür einsetzt, um sehr mehr Freude erlebst du unterwegs. 

Und es gilt auch umgekehrt: wenn du Freude hast bei der Verfolgung eines bestimmten Ziels, hast du mit Sicherheit eine deiner Stärken dafür genutzt. 

Mehr zu Stärken findest du hier

Kind verfolgt spielerisch eine Spur - Beispiel für die Haltun um Ziele im Leben zu erreichen

Wenn du beispielsweise einen deutlich ausgeprägten Sinn für Schönheit hast, wird es dir deutlich leichter fallen, Ordnung zu halten, wenn du ihn einsetzt und dein Umfeld danach gestaltest. Oder wenn du, wie ich, wissbegierig bist und gerne neue Dinge lernst, gibt es auch bei schwierigen Problemen Lust, herauszufinden wie „es geht“.

Wenn du deine Stärken häufig einsetzt, machst du angenehme Erfahrungen bei der Umsetzung deiner Lebensziele.

Warum kleine Schritte empfehlenswert sind

 Wir brauchen täglich kleine Erfolgserlebnisse, die uns vermitteln, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Deshalb ist es so wichtig, aus großen Lebenszielen mittelgroße und kleine zu machen. Die kleinen Ziele können die Ziele für heute oder für diese Woche sein. Die mittelgroßen für diesen Monat oder dieses Jahr. Und wenn wir sie erreichen, gibt uns das Energie, inspiriert uns, auf dem Weg zu bleiben.

Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Schritte klein genug sind. Es ist völlig unsinnig, sich hier mit anderen zu vergleichen oder besser, mit dem, was wir glauben, was andere können und erreichen. Es geht darum, dass wir eine kontinuierliche Bewegung hin auf unsere größeren Ziele erleben können, indem wir die kleinen Ziele nach und nach erreichen. Dann wächst unser Vertrauen, dass wir etwas bewirken können, dass wir mit dem, was wir tun, vorankommen, uns dem nähern, was wir erreichen wollen.

Psychologen nennen das Selbstwirksamkeit: die Annahme, dass wir etwas bewirken können. Sie hilft uns dabei, mit Schwierigkeiten besser umzugehen. Denn Schwierigkeiten sind unvermeidlich, wenn wir etwas für uns Neues ausprobieren oder uns in einem unbekannten Umfeld bewegen.

Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich?

Jetzt geht es darum, dass du etwas tust, was erfolgsverdächtig ist:

  • Welche meiner Stärken kann ich nutzen, um mein Ziel zu erreichen?
  • Wann war ich in ähnlichen Situationen in der Vergangenheit erfolgreich und warum?
  • Welche Aspekte meiner aktuellen Situation sind für mich hilfreich?

Das sind deine Pluspunkte, die dich unterstützen und deine Erwartung stärken, das Ziel zu erreichen.

Dein Vorsatz für den nächsten Schritt

 

Welche Möglichkeiten hast du, für dein großes oder etwas kleineres positives Ziel aktiv zu werden?

Im Beispiel des Zieles, neue Freundschaften zu finden, wäre die Frage: Was kannst du dafür tun, um die Wahrscheinlichkeit für neue Freundschaften zu erhöhen. Du kannst durch deine Aktivität ja niemanden dazu verdonnern, ab jetzt dein Freund zu sein. Aber du kannst Rahmenbedingungen schaffen, in denen das eher passiert. So wie kein Gärtner bestimmen kann, dass ein Samenkorn aufgeht, aber er kann eine geeignete Umgebung für die Samen schaffen.

Was konkret nimmst du dir als ersten Schritt jetzt vor? Eine Anleitung zum klären und beschreiben des nächsten Schritts mit der Kraft der Intuition findest du hier.

Bist du gespannt darauf, es auszuprobieren? Das wäre gut! Und hast du ein bisschen Angst? Das ist normal!

 

 

Zusammenfassende Empfehlung

  • Mache dir klar, was dir wirklich wichtig ist, für die Realisierung welcher Wünsche du bereit bis, dich tatsächlich einzusetzen
  • Male dir aus, woran du konkret merkst, wann dieser Wunsch erfüllt ist.
  • Formuliere daraus ein Ziel
  • Denke darüber nach, was dich bisher davon abgehalten hat, für das Ziel mit einem gewissen Durchhaltevermögen aktiv zu werden
  • Wenn es ein großes Ziel ist, unterteile es in Unterziele und berücksichtige dabei voraussichtliche Schwierigkeiten. Denke aus der Zukunft kommend rückwärts und frage dich: was brauche ich damit ich das (Unter-) Ziel erreiche?
  • Konzentriere dich ausschließlich auf Aktivitäten, die du selbst durchführen kannst. Dazu gehört auch, andere um Unterstützung zu bitten. Aber du musst den Anstoß geben.
  • Freue dich über jedes Zwischenziel, das du erreichst, feiere auch kleine Erfolge.

Quellen

Steven C. Hayes: A Liberated Mind

Vanessa King: 10 Keys to Happier Living

Judith Mangelsdorf: Positive Psychologie im Coaching

Mulder, P. (2019). Snyder’s Hope theory

Cory Muscara: Stop Missing your Life

Sonya Renée Taylor: Your Body is not an Apology

https://www.toolshero.com/personal-development/snyders-hope-theory/


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